Begriffsdefinitonen
HDD-Bohrung (Horizontal Directional Drilling)/Horizontalspülbohrung:
Bei der Horizontal-Spülbohrtechnik wird zunächst eine sogenannte Pilotbohrung mit dem Durchmesser der Bohrlanze erstellt. Diese Pilotbohrung endet an einer vorgegebenen Zielgrube. In dieser Zielgrube wird die Bohrlanze vom eingebrachten Bohrgestänge abgeschraubt und dafür ein in Gegenrichtung orientierter Aufweitkopf (Reamer) angeschraubt. Dieser Aufweitkopf wird rückwärts rotierend und spülend durch die Pilotbohrstrecke gezogen und somit der Bohrungsquerschnitt aufgeweitet. Nach der Aufweitung oder bereits mit der Aufweitung des Bohrlochquerschnittes wird das Produktrohr eingezogen.
Pilotbohrung:
Der Bohrprozess beginnt mit der dreidimensional gesteuerten Pilotbohrung unter Einsatz der Schub-, Rotations- und Spülkraft.
Die Bohrlanze ist mit einem auf den Boden abgestimmten Bohrkopf bestückt. Die umweltfreundliche Bentonit-Bohrspülung unterstützt den Abbau des Erdreichs, fördert Bohrklein nach außen und sorgt für eine stützende Gleitfähigkeit. Je besser die Betonit-Bohrspülung auf den Boden abgestimmt ist, desto erfolgreicher ist die Durchörterung.
Hohe bodenmechanische Widerstände werden durch eine zuschaltbare Rammenergie überwunden, was auch Bohrungen im Fels möglich macht!
Aufweitbohrung:
Bei der Aufweitbohrung wird das Räumwerkzeug drehend und spülend von der Austrittsseite zur Bohranlage zurückgezogen. Für jede entfernte Bohrstange wird auf der gegenüberliegenden Arbeitsseite eine neue Bohrstange nachgesetzt. Dieser Vorgang wird so lange wiederholt, bis das Bohrloch den vorgesehenen Enddurchmesser erreicht hat.
Einziehvorgang:
Beim Einziehvorgang wird das vorbereitete Rohrbündel bzw. die vorbereitete Bohrleitung in das Bohrloch eingezogen. Zum Einziehen der Rohrleitung wird der Reamer in Rotation versetzt und spülend zur Bohranlage zurückgezogen. Durch die Verbindung über ein Drehgelenk wird dabei die Zugkraft auf die Rohrleitung übertragen, jedoch nicht das Drehmoment. Dadurch folgt die Rohrleitung dem Räumer praktisch ohne Drehbewegung durch das Bohrloch bis zur Eintrittsgrube vor dem Bohrgerät.
Bentonit:
Unter Bentonit versteht man eine natürliche Mischung aus verschiedenen quellfähigen Tonmineralien, vor allem Montmorillonit. Ein wesentliches Merkmal ist die plättchenförmige Struktur. Bentonite mit über 70% Montmorillonit-Anteil sind ideal für den Bohrspülungseinsatz, da sie bei Wasserzugabe auf über 450% ihrer trockenen Ausgangssubstanz aufquellen.
Krümmungsradien:
Der Krümmungsradius spielt bei der Festlegung des Bohrprofils eine wichtige Rolle. Der Designradius der Bohrung muss in jedem Fall größer bzw. gleich groß als der zulässige Krümmungsradius des Rohres oder der zulässige Krümmungsradius des Bohrgestänges sein. I.d.R. richtet sich der Bohrradius bei kleineren Bohrungen und PE-Rohren nach dem entsprechenden Radius des Bohrgestänges, bei größeren Bohrungen und Stahlrohren nach dem zulässigen Radius der Rohrleitung.
Walk-Over-Verfahren:
Beim Walk-Over-Verfahren wird von einem batteriebetriebenen Sender, der unmittelbar hinter dem Bohrkopf installiert ist, ein elektromagnetisches Signal abgegeben. Dieses Signal wird an der Oberfläche von einem Empfänger aufgenommen.
I.d.R. wird dieser Empfänger manuell dem Bohrkopf – entsprechend dessen Fortschritt im Untergrund – nachgeführt. Anhand der Signalstärke kann man den Sender hinsichtlich Seiten- und Tiefenlage orten.
Wire-Line-Verfahren:
Beim Wire-Line-Verfahren befindet sich möglichst dicht hinter dem Bohrkopf eine Messsonde mit Magnetometern und Inklinometern. Das System orientiert sich bei der Ermittlung der momentanen Richtung am natürlichen Erdmagnetfeld. Die Bestimmung der Neigung erfolgt mit Hilfe der Gravitationskraft der Erde. Zusätzlich zu den genannten Messwerten wird auch die Temperatur der Messsonde über das Kabel übertragen. Die Messdaten werden via Kabel zum Computer des Vermessers übertragen. Hier wird mit Hilfe spezieller Programme die Position des Bohrkopfes berechnet.
Oberbogen:
Der Oberbogen ist die temporäre Hochführung des abgelegten Produktenrohrstranges, um zu gewährleisten, dass die Mindestradien für das verwendete Rohr nicht unterschritten werden. Durch den Oberbogen soll eine einwandfreie Einführung des Produktenrohres in den Bohrkanal gewährleistet wrden.
Bohrlochstabilisierung:
Die Bohrspülung wirkt stabilisierend auf das Bohrloch, indem von den Feststoffen – und ggf. zugegebenen Filtratsenker – in der Spülung ein Filterkuchen aufgebaut wird. Der Filterkuchen stützt die Bohrlochwand ab und dichtet sie ab. So werden zum einen die Spülungs- und Filtratverluste und zum anderen der Zufluss von Grundwasser in das Bohrloch reduziert.
Polymere:
Polymere sind langkettige Moleküle, bestehend aus vielen einfachen Molekülen (Monomere), die aneinander verknüpft sind.
Polymere in der Horizontalbohrtechnik haben folgende Vorteile: Viskositätsmodifikationen, Bohrlochstabilisierung, Filtrationskontrolle und Reibungsreduzierung.
Bohrstrang:
Der Bohrstrang ist das Verbindungsglied zwischen dem auf der Bohrlochsohle arbeitenden Bohrwerkzeug und der Bohranlage an der Tagesoberfläche. Der Bohrstrang besteht aus dem Bohrgestänge, der Messtechnik sowie der Bohrlanze bzw. der Bohrwerkzeuge.
Während der Bohrung erfährt der Bohrstrang kombiniert axiale Zug- und Druckbeanspruchungen, Torsionsbeanspruchungen, Biegebeanspruchungen sowie Innenbeanspruchungen durch z. B. hohe Pumpendrücke.
Die Bohranlage
Eigenständige, komplette Bohreinheit mit Schallgedämpf-tem Perkins Motor Weiter
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